Sachsenring - DE

Rennstrecke Sachsenring

Der Sachsenring gehört zweifellos zu den anspruchsvollsten Rennstrecken im Kalender der ADAC Formel Masters. Der 3,671 km lange Kurs liegt unmittelbar am Ortsrand der Karl-May-Stadt Hohenstein-Ernstthal und zeichnet sich mit seinen 10 Links- und vier Rechtskurven vor allem durch sein wechselhaftes Layout aus, welches die Teams und Fahrer bei der Abstimmung ihrer Dallara-Monoposti vor eine große Herausforderung stellt.

So geht es von Start und Ziel zunächst mit einem Gefälle von bis zu 12,8 % nach rechts hinunter in das „Omega“, den langsamsten Teil der Strecke. Anschließend fahren die Piloten durch eine Reihe von langgezogenen Linkskurven vorbei an der Rückseite des Fahrerlagers wieder hinauf auf die schnelle Gegengerade, deren leichter Linksknick voll gefahren wird. Am Ende geht es dann noch einmal über eine Doppel-Linkskurve relativ steil bergauf zurück auf die Start- und Zielgerade. Wegen des sehr schön in die Landschaft integrierten Verlaufs mit seinem Auf und Ab wird der sächsische Kurs auch die „kleine Nordschleife“ genannt.

Bereits seit 1927 finden auf dem Sachsenring Motorsportveranstaltungen statt, wenn auch überwiegend Motorradrennen. Von 1973 bis 1990 verlor der Kurs vorübergehend seinen internationalen Charakter, denn während der Zeit der DDR-Regierung wurden nur noch osteuropäische Rennfahrer zugelassen. Doch auch nach der Wiedervereinigung gab es eine Unterbrechung im Rennbetrieb, weil der alte Streckenverlauf mitten durch Hohenstein-Ernstthal nicht mehr zeitgemäß und vor allem viel zu gefährlich war.

1995 eröffnete der ADAC ein Verkehrssicherheitszentrum am heutigen Sachsenring, dessen Asphaltstraßen seitdem immer nur temporär für verschiedene Veranstaltungen in eine Rennstrecke umgewandelt werden. Dennoch erfüllt der Sachsenring höchste Sicherheitsanforderungen und verfügt nach diversen Umbauten sowie Erweiterungen seit einigen Jahren auch über eine moderne Boxenanlage. Unter diesen Voraussetzungen kehrte auch der Grand Prix-Zirkus nach Sachsen zurück und der deutsche Lauf zur Motorrad-Weltmeisterschaft (Moto-GP) lockt jedes Jahr mehr als 200.000 Fans an die Strecke.

Kurioserweise führte eine der Umbaumaßnahmen dazu, dass die ehemals unmittelbar an der letzten Kurve vor Start und Ziel errichtete „Besico-Tribüne“ jetzt gar nicht mehr an der Strecke sondern gänzlich verlassen etwa einhundert Meter daneben steht. Im ADAC Formel Masters sorgte der Sachsenring 2012 für Schlagzeilen, als sich dort im dritten Wertungslauf am Sonntag Nachmittag ein Bergungsfahrzeug so unglücklich an den Streckenrand stellte, dass zwei Teilnehmer mit dem schweren SUV kollidierten. Der Lauf wurde danach abgebrochen, aber glücklicherweise blieb es für alle Beteiligten bei Sachschäden.